Immer mehr Menschen gehen dazu über mit dem eigenen Hausdach Strom zu produzieren. Photovoltaikanlagen zieren zwischenzeitlich zahlreiche Hausdächer von Privatpersonen und von Unternehmen. Was viele aber vielleicht noch nicht so registriert haben, ist die Zunahme von ganzen Solarparks. Der Solarpark „Lieberose“ nördlich von Cottbus beispielsweise wurde auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der roten Armee in Brandenburg errichtet und am 20. August 2009 eröffnet. Er gilt als eines der größten auf der Welt vertretenen Photovoltaik-Kraftwerke und hatte bei seiner Inbetriebnahme eine Nennspitzenleistung von 52.790 kW. Auf rund 162 Hektar Fläche (eine Größe von etwa 210 Fußballfeldern) erstrecken sich rund 700.000 Dünnschichtmodule.
Die Modulfläche selbst beträgt ca. 500 000 m², die Finanzierung der Investitionskosten betrug ca. 160 Millionen Euro und wurde zu 20 % mit Eigenkapital und zu 80 % mit Fremdkapital bewerkstelligt. Der Park liefert Strom für 15.000 Haushalte und spart rund 35.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr ein, was ungefähr der Menge CO2 entspricht, welche bei der Herstellung einer vergleichbaren Menge Strom in einem der konventionellen Kraftwerke entstehen würde. Dieser einzigartige Solarpark wird Planungen zufolge vermutlich für mindestens 25 Jahre Sonnenenergie ins Netz einspeisen. Die Anlage verfügt über 37 Stationen mit Wechselrichtern. Die Nutzung von Solarenergie in Solarparks ist nicht nur für das Klima sinnvoll, sondern trägt auch noch zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei. Von den so geschaffenen „Ruhezonen“ profitieren sowohl seltene Pflanzen- als auch Tierarten. Klimaschutz und Artenschutz arbeiten so miteinander vereint. Außerdem ist Lieberose ein Modellprojekt zur Renaturierung ehemaliger militärischer Liegenschaften, welche mit Kampfmitteln verunreinigt sind. Und selbst wenn die Anlage eines Tages wieder abgebaut wird können die Bestandteile recycelt werden. Zurück bleibt dann nur eine Heidefläche, die wiederum für den Naturschutz genützt werden kann.
